Über “Corona-Gespenster” und Panikverweigerer

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Es ist schon sehr erstaunlich, wie sich die politische Kommunikation in den letzten zwei Monaten verändert hat. Waren die Maßnahmen der Virusbekämpfung anfangs noch nachvollziehbar und sehr gut kommuniziert, zeigt sich die Maßnahmenbekämpfung und deren Kommunikation heute als verwirrendes Gestrick von Maßregelungen. Wer hier Panik schürt und Panik verweigert ist innerhalb Wissenschaft und Politik auch nicht mehr erkennbar und deshalb ist es auch kein Wunder, wenn medial vor allem die „Corona-Gespenster“ immer mehr Zulauf empfangen.

Sterben verboten – Realität abseits Covid-19

Endlich hat sich die Wissenschaft wieder einmal zu Wort gemeldet und appelliert, bei Krankheiten oder Krankheitssymptomen auch unbedingt den Arzt oder das Krankenhaus aufzusuchen. Geradezu lächerlich scheint ein Besuchsverbot in Krankenhäusern, wenn man bedenkt, dass es abseits von Covid-19 auch noch eine Welt mit anderen und sehr schwerwiegenden, wenn nicht sogar tödlichen Krankheiten gibt, die auch unbedingt medizinisch behandelt gehören. Andere wegen Ansteckungsgefahr zu schützen ist also nur dann sinnvoll, wenn das eigene Leben dadurch nicht auch gefährdet wird. Vielen Dank an alle Mediziner und Panikverweigerer, die sich dahingehend lautstark geäußert haben.

Panik schüren als Schutzmaßnahmen

Andererseits sind besonders anerkannte Virologen und ihr medialer Diskurs in eine Kluft geschlittert, deren Ausgang im Nebel liegt. Christian Drosten scheint sich beispielsweise in seinem öffentlichen Kommunikationsgebaren nicht festlegen zu wollen. Anfangs noch nüchtern-sachlich und beruhigend, wettert er jetzt, dass die Pandemie erst richtig losgehen wird. Gleichzeitig sagt er aber auch, dass niemand genau weiß, wie die Epidemie weiterläuft. Und es handle sich nicht um ein wissenschaftliches Phänomen, sondern um eine Naturkatastrophe. Ich weiß nicht, was Sie liebe Leser als „Naturkatastrophe“ bezeichnen würden. Ich bin mir jedoch sicher, dass Covid-19 auf alle Fälle ein mediales Phänomen ist.

Das „Corona-Gespenst“ als politisches Ablenkungsmanöver

Wie zeigt sich nun das „Corona-Gespenst“ in unserer derzeitigen medial-kommunikativen Landschaft? Da hätten wir einmal sehr viele unlogische Vorgehensweisen und Maßnahmen, die wohl kein Mensch richtig versteht. Aus meiner eigenen Erfahrung: Wenn Sie Kontakt mit einer positiven Person hatten und selbst negativ getestet wurden, dann müssen Sie trotzdem zehn Tage per behördlichem Bescheid in Quarantäne. Sie tragen eine Maske beim Betreten eines Restaurants. Am Tisch dürfen Sie diese abnehmen. Logisch? Außerdem erhält Mensch an den verschiedensten Auskunftsstellen die unterschiedlichsten Informationen. Die in Bundesländern unterschiedlich stellbare Ampel als Frühwarnsystem dürfte dem ganzen Kommunikationschaos noch zusätzlich den Rest geben. Die Maskenpflicht und die Logik ihrer Anwendung in den meisten Bereichen kann also jeder für sich beantworten.

Dafür werden gleichzeitig in Griechenland Flüchtlinge in menschenunwürdiger Umgebung misshandelt und gefangen gehalten. Aber vermutlich ist es für Bundeskanzler Kurz viel einfacher, in unserem Land das „Corona-Gespenst“ lebendig zu halten, als ein paar wehrlose Flüchtlingskinder zu retten und vor ihrem sicheren Tod im europäischen Flüchtlingsgetto zu bewahren.

 Pixaybay-Bild: KELLEPICS