Info und Entertainment in Unternehmensmedien

Die Anforderungen an moderne Unternehmensmedien stehen heute den klassisch-fiktionalen Medien wie zum Beispiel Spielfilmen um nichts mehr nach. Image- oder Produktfilme sollen deshalb nicht nur informative Werbung sein, sondern auch höchstmögliche Aufmerksamkeit erregen und mit spannenden Elementen für reichlich Entertainment sorgen. Als Mediendramaturgen sind wir die Spezialisten, wenn es darum geht, Information und Entertainment in Einklang zu bringen.

Mehr Mut zu Bewegtbildmedien

Als Autor teile ich die Meinung, dass neben der Sprache die Schrift zu den wichtigsten Medien überhaupt zählt. Trotzdem hoffe ich zukünftig auf mehr Mut der Unternehmen, um verstärkt auf Bewegtbildmedien – also Videos oder Filme – als Kommunikationsmittel zu bauen. Während der COVID-Krise haben wir erlebt, dass sich Bewegtbildmedien als Kommunikationsmittel außerdem völlig orts- und zeitunabhängig eignen. Kostentechnisch sind heute hervorragende Videos und Unternehmensfilme mit kleinem Geldbeutel genauso möglich. Als Mediendramaturg sorge ich zum Beispiel dafür, dass Hollywood auch für Klein- und Kleinstunternehmen leistbar wird. Ein weiterer Punkt der klar sein sollte ist, dass sich die Anforderungen an den Medienkonsum fortlaufend beschleunigen und unsere Gesellschaft zusehends „lesefauler“ wird.

Infotainment im Unternehmen

 Bewegtbildmedien eignen sich deshalb auch sehr gut für ausschließlich informative und lehrreiche Inhalte in Unternehmen. Die Dramaturgie eines Dokumentarfilmes oder einer Reportage vermittelt solche Inhalte mustergültig. Das Verständnis und die erfolgreiche Anwendung der dramaturgischen Mechanismen für aufmerksamkeitserregende und unterhaltsame Info- und Lehrinhalte zählt ebenfalls zu den Kernkompetenzen eines Mediendramaturgen. Genauso wie E-Learning-Plattformen sorgen auch wir Mediendramaturgen dafür, dass Mitarbeiter (Fach)wissen schneller und für das Unternehmen preiswerter konsumieren können. Freilich sehe ich gleichzeitig, dass auch im Bereich „Infotainment in Unternehmen“ noch längst nicht das volle Potential erkannt wurde.  

Unterschätzte Medienkanäle nützen

Auch was die Nutzung möglicher Medienkanäle betrifft agieren viele Unternehmen noch sehr „stiefmütterlich“, um es salopp zu formulieren. Nach dem Triumphzug sozialer Netzwerke und allen voran Facebook dauerte es nicht lange, bis auch Unternehmen versuchten, sich aufmerksamkeitswirksam in Facebook zu positionieren. Obwohl sich Facebook bis heute überwiegend als textuelles Push-Medium und damit als sehr arbeitsintensives Medium klassifiziert, übersehen viele Unternehmen noch immer andere und möglicherweise für sie viel passendere Medienkanäle. Broadcast Yourself oder „Inszenieren Sie sich selbst“, so lautet der Slogan der Plattform YouTube. Es handelt sich um ein klassisches Pull-Medium, Informationen werden daher überwiegend aus dem Netzwerk „gezogen“. Funktional betrachtet eigentlich die perfekte Plattform zur Schaffung für „eigenes Fernsehen“. Vielleicht sogar für ein eigenes Unternehmensfernsehen oder nicht?

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Unternehmensmedien und die „Hollywoodmethode“

Seit gestern herrscht endlich auch wieder Reisefreiheit. Die COVID-Krise rückt medial zusehends in den Hintergrund und die Reisebranche scheint auch endlich wieder etwas aufatmen zu können. Werbung und der verstärkte Einsatz von Unternehmensmedien sind jetzt jedoch nicht nur in der Reise- und Tourismusbranche gefragt. Für den effizienten und aufmerksamkeitswirksamen Einsatz von Unternehmensfilmen haben wir Hollywoods Filmindustrie als Erfolgsmodell unmittelbar vor uns liegen.

Das Produkt „Film“ als Werbemittel und Werbeträger

Die Medienindustrie Hollywoods und ihre Produkte sind die tragenden Säulen eines milliardenschweren Unternehmensmodelles, das sich auf die Versinnbildlichung menschlicher Träume und Sehnsüchte spezialisiert hat. Seit ihrem Bestehen wird Hollywoods Medienindustrie von dramaturgischen Kommunikationsmodellen geleitet, die bereits Aristoteles vor über 2300 Jahren mit seiner Poetik vorskizziert hat.

Die Poetik ist nicht nur Basis für das dramaturgische Modell der Produkte, daher die Hollywoodfilme, sondern auch für ein allumfassendes Geschäftsmodell. Ich nenne dieses Erfolgsmodell einfachheitshalber das Hollywoodmodell, weil es dramaturgisch auch im Marketingkonzept äußerst wirkungsvoll durchdringt.

Erinnern wir uns beispielsweise nur an die Teaser und Trailer, die unsere Aufmerksamkeit als „Kunden“ gezielt erregen, Spannungen aufladen und uns die neu erscheinenden Produkte möglichst schnell herbeisehnen lassen.

Ableitungen aus dem Erkenntnissinteresse

Auch wenn das Produkt kein Spielfilm sein sollte, so sind dramaturgische Vorgehensweisen im Marketingbereich auch für jedes beliebige andere Produkt oder Unternehmen möglich. Es liegt also an uns Mediendramaturgen, diese Brücke in die heimische Wirtschaft und ihre Unternehmensmedien zu bauen. Hierbei geht es nicht nur darum, neue und besonders aufmerksamkeitserregende Elemente zu etablieren, sondern auch interdisziplinär darum, dramaturgisches Wissen zu transferieren. Der Vorteil liegt klar auf der Hand: Unternehmensmedien müssen nicht nur erfolgreich wirken, sondern auch in Krisensituationen zukunftsfit bleiben.

Berücksichtigung ungenützter Kommunikationskanäle

Vorab möchte ich die krisenbedingte Vorgehensweise von Hollywoods Filmindustrie und damit die Umgehung der traditionelle Erstverwertungskette über das Kino keinesfalls gutheißen. Allerdings haben sich neue Kommunikations- und Verwertungsketten per Video on Demand (VoD) schon lange vor Corona abgezeichnet. Und auch in diesem Segment können wir für Unternehmensmedien noch relativ ungenutzte Potentiale erkennen. Dazu im nächsten Beitrag mehr.

 

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Wirtschaftsmotor Unternehmensmedien

Die COVID-Krise klingt ab, Grenzen werden geöffnet und schon bald dürfen wir uns darauf freuen, unsere Gesichtsmasken zuhause zu lassen. Endlich ist auch absehbar, dass unser Tourismus wieder in die Gänge kommt und die „zweite Infektionswelle“ wirklich ausbleibt. Soweit so gut, aber die versprochenen Wirtschaftshilfen hinken und unsere Wirtschaft wird noch lange an den Wunden ihrer Umsatzverluste lecken. Was also tun, um mit der allmählichen Rückkehr zur Normalität auch wieder etwas mehr Normalität in die wirtschaftliche Situation unserer Unternehmungen zu bringen?

Evaluierung der eigenen Unternehmenskommunikation

In erster Linie können wir für unsere Unternehmungen anhand des Informationsmodelles der Regierung sehr viel für die interne Kommunikation ableiten.  Schnell können wir somit auch aufgetauchte Schwachstellen im Bereich Krisenkommunikation erkennen und eliminieren. Hierfür sind sicherlich nicht nur wir Mediendramaturgen Experten, aber der aufrichtig analytische Rückblick auf die Ereignisse wäre auf alle Fälle der erste Schritt, um die vorherrschenden Kommunikationsmodelle in Unternehmen auf ihre Belastbarkeit zu überprüfen. Mit der Evaluierung der internen Unternehmenskommunikation wäre außerdem der erste Meilenstein gesetzt, um zukünftigen Krisensituationen orientiert Paroli zu bieten und personelle Engpässe zu vermeiden.

Evaluierung des Medienoutputs

Was für die interne Kommunikation gilt, ist erst recht oberstes Gebot im Bereich der externen Kommunikation und hierbei speziell im Bereich Unternehmensmedien. Seltsamerweise beobachtete ich während der Krise viele Unternehmen, die nur zögerlich ihre Unternehmensmedien aufgrund veränderter Geschäftsmodelle adaptierten. Viele Gastronomiebetriebe haben beispielsweise ihre Umstellung auf Lieferservice relativ spät über ihre eingesetzten Medienkanäle in der Öffentlichkeit beworben. Auch hierbei können wir als Mediendramaturgen mit analytischem Blick auf den Einsatz bestehender Medienkanäle wirtschaftsfördernde Lösungen anbieten. Soweit zum formalen Leistungsspektrum von Mediendramaturgie für Unternehmensmedien. Inhaltlich gilt es dann, die gewonnenen Erkenntnisse auch gewinnbringend für Unternehmen umzusetzen.

Unternehmensmedien als Unternehmensmarken

Was wir als Mediendramaturgen und Kommunikationsexperten unseren Unternehmen immer wieder verdeutlichen sollten: „Form und Inhalt eines jeden Mediums bedingen einander.“ Oder kurz: Der spektakulärste Unternehmensfilm taugt zum Beispiel nichts, wenn dramaturgischer Inhalt fehlt. Dahingehend unterscheidet sich übrigens auch die Arbeit eines Mediendramaturgen zur Arbeit eines Art-Directors. Und aufregende Inhalte oder vielmehr aufmerksamkeitserregende Inhalte benötigen die Medien unserer Unternehmen heute mehr denn je. Die gute Nachricht: Als Medienwissenschafter haben wir überhaupt das erfolgreichste Marketingmodell der Welt erkannt und unmittelbar vor uns liegen. – Es ist auch ein dramaturgisches Modell. Doch darüber mehr im nächsten Beitrag.

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