Willkommen zurück bei Mediendramaturgie!

Ich freue mich, Sie nach meinem „Umzug“ weiterhin auf meiner neuen Blogseite begrüßen zu dürfen. Thematisch habe ich nichts verändert und meine Beiträge behandeln immer noch die beobachtbaren und erkennbaren Zeichen innerhalb der Mediendramaturgie, die zugleich massiv Einfluss auf unsere Gesellschaftsstrukturen ausüben. Dramaturgie zeigt sich nahezu omnipräsent in unserem privaten und beruflichen Umfeld und beeinflusst daher auch unsere eigenen Handlungen im täglichen Leben.

Diese These begleitet nicht nur das fiktionale Schaffenswesen, sondern gleichwohl auch die non-fiktionale Herangehensweise in der Konzeption von Unternehmensmedien. Die Wirtschaftsdramaturgie befindet sich gerade jetzt erneut in einem Wandel und birgt Potential für neue Wettbewerbsmodelle. Im Bereich Kommunikation suche ich nach Zeichen aus der Welt politischer Kommunikation und nach Kommunikationsmustern in der virtuellen Welt sozialer Netzwerke und Medientechnologien.

Angesichts der derzeit herrschenden Corona-Krise bietet sich mediensemiotisch das Feld der politischen Kommunikation zur Fortführung genauerer Beobachtungen geradezu an. Innerhalb der Wirtschaftsdramaturgie werden wir uns nach der Krise verstärkt um die Notwendigkeit aufmerksamkeitspulsierender Unternehmensmedien kümmern müssen. Und die Modelle hierfür – und das ist die wirklich gute Nachricht – hat unsere heimische Wirtschaft in Form der Hollywooddramaturgie unmittelbar vor sich liegen.

Wenn Sie sich etwas genauer auf meiner Website umsehen, wird Ihnen deshalb auch auffallen, dass ich das Motiv „Hollywood“ nicht unbeabsichtigt als Leitthema gewählt habe. Neu bei Mediendramaturgie ist auch, dass Sie mehr über mich und meine „Professionen“ erfahren, auf der Seite „Starlights“ habe ich hierfür einen Teil meines Projektschaffens für Sie zur Verfügung gestellt. Werden Sie doch einfach Mitglied meines Netzwerkes, indem Sie sich für die Anmeldung meines Newsletters entscheiden und somit vollen Zugang zu sämtlichen Inhalten erhalten. (Keine Angst, ich verspreche und versichere Ihnen, Sie nicht mit wöchentlichen Newslettern zu überfluten;)

Als Blogger versuche ich auf dieser Seite möglichst regelmäßig interessante Beiträge für Sie zu schreiben und hoffe, dass auch Sie damit Ihr Interesse für Dramaturgie – möglicherweise auch innerhalb Ihrer eigenen Unternehmens- oder Vereinsmedien – entdecken.

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Über “Corona-Gespenster” und Panikverweigerer

Es ist schon sehr erstaunlich, wie sich die politische Kommunikation in den letzten zwei Monaten verändert hat. Waren die Maßnahmen der Virusbekämpfung anfangs noch nachvollziehbar und sehr gut kommuniziert, zeigt sich die Maßnahmenbekämpfung und deren Kommunikation heute als verwirrendes Gestrick von Maßregelungen. Wer hier Panik schürt und Panik verweigert ist innerhalb Wissenschaft und Politik auch nicht mehr erkennbar und deshalb ist es auch kein Wunder, wenn medial vor allem die „Corona-Gespenster“ immer mehr Zulauf empfangen.

Sterben verboten – Realität abseits Covid-19

Endlich hat sich die Wissenschaft wieder einmal zu Wort gemeldet und appelliert, bei Krankheiten oder Krankheitssymptomen auch unbedingt den Arzt oder das Krankenhaus aufzusuchen. Geradezu lächerlich scheint ein Besuchsverbot in Krankenhäusern, wenn man bedenkt, dass es abseits von Covid-19 auch noch eine Welt mit anderen und sehr schwerwiegenden, wenn nicht sogar tödlichen Krankheiten gibt, die auch unbedingt medizinisch behandelt gehören. Andere wegen Ansteckungsgefahr zu schützen ist also nur dann sinnvoll, wenn das eigene Leben dadurch nicht auch gefährdet wird. Vielen Dank an alle Mediziner und Panikverweigerer, die sich dahingehend lautstark geäußert haben.

Panik schüren als Schutzmaßnahmen

Andererseits sind besonders anerkannte Virologen und ihr medialer Diskurs in eine Kluft geschlittert, deren Ausgang im Nebel liegt. Christian Drosten scheint sich beispielsweise in seinem öffentlichen Kommunikationsgebaren nicht festlegen zu wollen. Anfangs noch nüchtern-sachlich und beruhigend, wettert er jetzt, dass die Pandemie erst richtig losgehen wird. Gleichzeitig sagt er aber auch, dass niemand genau weiß, wie die Epidemie weiterläuft. Und es handle sich nicht um ein wissenschaftliches Phänomen, sondern um eine Naturkatastrophe. Ich weiß nicht, was Sie liebe Leser als „Naturkatastrophe“ bezeichnen würden. Ich bin mir jedoch sicher, dass Covid-19 auf alle Fälle ein mediales Phänomen ist.

Das „Corona-Gespenst“ als politisches Ablenkungsmanöver

Wie zeigt sich nun das „Corona-Gespenst“ in unserer derzeitigen medial-kommunikativen Landschaft? Da hätten wir einmal sehr viele unlogische Vorgehensweisen und Maßnahmen, die wohl kein Mensch richtig versteht. Aus meiner eigenen Erfahrung: Wenn Sie Kontakt mit einer positiven Person hatten und selbst negativ getestet wurden, dann müssen Sie trotzdem zehn Tage per behördlichem Bescheid in Quarantäne. Sie tragen eine Maske beim Betreten eines Restaurants. Am Tisch dürfen Sie diese abnehmen. Logisch? Außerdem erhält Mensch an den verschiedensten Auskunftsstellen die unterschiedlichsten Informationen. Die in Bundesländern unterschiedlich stellbare Ampel als Frühwarnsystem dürfte dem ganzen Kommunikationschaos noch zusätzlich den Rest geben. Die Maskenpflicht und die Logik ihrer Anwendung in den meisten Bereichen kann also jeder für sich beantworten.

Dafür werden gleichzeitig in Griechenland Flüchtlinge in menschenunwürdiger Umgebung misshandelt und gefangen gehalten. Aber vermutlich ist es für Bundeskanzler Kurz viel einfacher, in unserem Land das „Corona-Gespenst“ lebendig zu halten, als ein paar wehrlose Flüchtlingskinder zu retten und vor ihrem sicheren Tod im europäischen Flüchtlingsgetto zu bewahren.

 Pixaybay-Bild: KELLEPICS

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Über farbliche Missgeschicke mit „Corona-Ampeln“

Wie erwartet steigt die Zahl der Corona-Infektionen wieder deutlich an. Die Verursacher wurden medial in öffentlichen Veranstaltungen, Sportevents und den zahlreichen Reiserückkehrern verortet. Frühzeitig versuchte die Regierung die „Corona-Ampel“ und ihre Funktionalität in der Virusbekämpfung auch der Bevölkerung zu erklären. Nun, diese Ampel entstand zwar zweifelsohne aus begründeter Absicht, entpuppte sich jedoch als kommunikativer Schildbürgerstreich. Kritisch betrachte ich vor allem den Versuch, die auf Konventionen beruhende Farbsymbolik zu verdrehen und dadurch die Bürger noch mehr zu verwirren.

Farbsymbolik und Anordnung von Farben

Verkehrsampeln funktionieren aus zweierlei Gründen. Erstens beruht unser Verständnis für gefahrfreies, achtsames und verbotenes Verhalten im Straßenverkehr auf ein gemeinsames Verständnis über die Bedeutung der Farben „Rot“, „Gelb“ und „Grün“. „Rot“ bedeutet Gefahr. „Gelb“ bedeutet Achtung, drohende Gefahr und „Grün“ bedeutet keine Gefahr.

Zweites ist die Anordnung dieser Farben von höchster Bedeutung, damit auch farbenblinde Menschen die Bedeutungen aufgrund einer auf Konvention beruhender Anordnung interpretieren können. Kurz: Das oben leuchtende Licht bedeutet „Gefahr“, das in der Mittel leuchtende „Licht“ bedeutet Achtung und das unterste Licht bedeutet „keine Gefahr“. Warum hat nun die Regierung trotzdem versucht, Farbsymbolik und Farbanordnung einer Ampel zu verdrehen?

Der schmale Grad zwischen Vorsicht und Gefahr

Freilich erkennen wir auch die kommunikative Haltung der Regierung, die Bevölkerung nach einem aufreibenden Frühjahr wieder etwas zu „entspannen“. Gleichzeitig wurde uns aber immer wieder ins Gedächtnis gerufen, dass die Gefahr noch nicht zu Ende ist und wir achtsam sein müssen. Und Achtung bedeutet? Richtig, – Gelb.

Als auch Kanzler Kurz zu erklären versuchte, dass „Grün“ keine gefahrlose Situation darstellt, konnte ein solcher Sager einem verkehrsmündigen Bürger nur noch ein müdes Lächeln in die Visage zaubern. Wenn die Verantwortlichen bereits im Verständnis einer Ampel scheitern, konnte die „Ampelschaltung“ nur zu einem folgenschweren Totalschaden führen.

Gelb, Orange, Rot: Was wir alles über Farbzuordnung wissen sollten

Wenn wir erst einmal die Farbdeutung unserer Regierung begreifen, wird es so richtig spannend, wenn wir noch sämtliche Regelungen je Farbe verstehen sollten, die wohlgemerkt unterirdisch kommuniziert wurden. Um das Ganze noch etwas prickelnder zu gestalten, wurde das Ampelwarnsystem auch noch bezirksweise geschalten. Wie war das nochmals: „Das Virus kennt keine Grenzen.“ Und jetzt versuchen wir sogar in den jeweiligen Bezirken der Bundesländer das Virus zu erkennen und mit Maßnahmen zu bekämpfen? Maßnahmen, die ein großer Teil der Bevölkerung nicht versteht und sich ehrlicherweise oft auch jeglicher Logik entbehren.

Sinnvolle und länderübergreifende Maßnahmen statt Ampelchaos

Wir werden sehen, wie lange die „Corona-Ampel“ tatsächlich überlebt. Viel mehr als bürokratischer Mehraufwand und verbrannte Energie wird als Resultat kaum erkennbar bleiben. Dabei wäre eine einfache Rückkehr zu flächenübergreifenden Maßnahmen, die auch zuvor funktioniert haben und für weitaus weniger Verwirrung sorgten, eine praktikable Vorgehensweise. Als Fazit bleibt: Um wirksame Ergebnisse in der Corona-Bekämpfung zu erhalten, muss allgemeines Verständnis und somit Übereinkunft zu getroffenen Maßnahmen herrschen.

 

Pixabay-Bild: Alexandra_Koch

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Personen als Figuren im Imagefilm

In letzter Zeit tauchte wieder die Frage auf, wie Personen eines Unternehmens möglichst wirkungsvoll und somit auch authentisch in einem Unternehmensfilm eingesetzt werden könnten. Wenn wir uns umsehen, erleben wir ständig, dass Repräsentanten eines Unternehmens, egal ob Führungspersönlichkeiten oder Mitarbeiter, als „Schauspieler“ agieren. – Mal mit mehr, aber sehr oft mit weniger Erfolg.

Die leidige Sache mit Authentizität in fiktionalem Storytelling

Authentisch zu sein bedeutet in den meisten Fällen auch deskriptiv zu sein. Und deskriptives Erzählen bedeutet sehr oft auch zu viel erzählen zu wollen. Viele Informationen erfordern höchste Konzentration und anhaltende Aufmerksamkeit eines Rezipienten. Wenn diese Informationen überwiegend auch noch auditiv durch Kommentare oder durch Persönlichkeiten eines Unternehmens vermittelt werden, verkürzt sich die Aufmerksamkeitsspanne drastisch. Warum? Weil in uns ein Unterhaltungsbedürfnis lodert, das spannende Geschichten und keine langweilenden Erklärungen erwartet. Und eine packende Geschichte in fiktionalem Korsett, als „Stellvertreter“ für die Imagestärkung eines Unternehmens, ist doch genauso authentisch wie Personen, die mühsam einen vorgegebenen Text vor einer Kamera sprechen oder nicht?

Medienwirksamkeit versus Schauspieltalent

Darin liegt auch auch das Problem. Nur wenige Unternehmer oder Mitarbeiter sind auch geborene Schauspieler. Das ist nicht außergewöhnlich und auch medienwirksame Persönlichkeiten haben längst nicht das Privileg, auch authentisch zu wirken. Und warum auch? Schlussendlich muss im Unternehmensfilm die Story authentisch sein und die Prämisse Botschaft und sämtliche Inhalte des Unternehmens enthüllen. Vermutlich kennen auch Sie diesen einen Typen in ihrem Unternehmen, der es als wahres Präsentationsgenie versteht, wie ein Stegreifkünstler mitunter sehr komplexe Informationen in aufmerksamkeitserregend-humoristischem Stil zu vermitteln. Das bedeutet aber nicht, dass dieser Mensch auch vor einer Kamera standhält und authentisch wirkt.  Und nur wenige Unternehmer können tatsächlich mit ihrem Namen für ihr Produkt authentisch vor einer Kamera wirken. (Familie Hipp.) Dafür gibt es sehr viele Unternehmen mit großartigen Produkten und Dienstleistungen, die das sehr wohl können und auch unbedingt tun sollten.

Komische Figuren in „außergewöhnlichen Unternehmen“

Aber wenn Sie in positivem Sinne ein etwas verrückter Typ mit einem außergewöhnlichen Unternehmen sind, dann sollten Sie sich nicht davor scheuen, mit Ihrer komischen Perspektive Ihr Unternehmensimage zu erweitern. Viele große Erfinder wurden zuerst für verrückt erklärt, während wir uns heute beispielsweise eine Welt ohne Elektrizität nicht mehr vorstellen können. Aber wer kann als komische Figur sein Unternehmen erfolgreich präsentieren? Wir alle kennen doch komische Figuren oder nicht? „Der Kerl hinter Ihnen im Stadion, der sich nach dem sechsten oder siebten Bier in eine hasserfüllte persönliche Beziehung zum Schiedsrichter, dem Trainer oder dem Stürmerstar der Gastmannschaft reinsteigert und glaubt, er hätte das gottgegebene Recht, die intimen Details dieser Beziehung allen um ihn herum aus vollem Halse kundzutun. Dieser Kerl ist genau so lange eine komische Figur, bis er Ihnen ein kaltes Bier in den Kragen gießt. Danach ist er bloß noch ein Arschloch.“[1]

Eine komische Figur definiert sich nicht durch ihre Handlungen, sondern durch die Abweichung ihrer Perspektive von der „normalen Welt“. Wenn Sie also eine großartige Idee zu Ihrem Unternehmen entwickelt haben, die Sie zudem Ihrer komischen und damit abweichenden Perspektive verdanken, dann sollten Sie daran denken, dass die Welt solchen Figuren und ihren Erfindungen sehr viel verdankt und sie in ihr Herz schließen wird.

[1] VORHAUS, John (2001): Handwerk Humor. Frankfurt am Main: Zweitausendeins. S.56.

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